Kapitel 21: Die Samariterin

  1. Hinführung 1:00
  2. Evangelium 5:14
  3. Lesung und Erläuterung des Evangeliums 6:11
  4. Theologische und geistliche Lehre 3:37
  5. Zum Lesen und Meditieren 2:29
Hinführung
Lesung und Erläuterung des Evangeliums
Theologische und geistliche Lehre
Zum Lesen und Meditieren

1- Hinführung

Die Begegnung mit Christus ändert das Leben. Eine einfache Samariterin hat sich auf den Weg gemacht, Wasser aus einem Brunnen zu schöpfen. Dort begegnete sie dem, der das lebendige Wasser besitzt. Er informierte sie, dass die wahre Anbetung nicht an einen Ort gebunden ist, sondern dass sie im Geist und in der Wahrheit geschieht. Das Leben dieser Frau änderte sich, und sie wurde seine Gesandte.

Wie beurteilst du deine Gespräche mit den Menschen; beinhalten sie Botschaften des Heiles und des Friedens, enthalten sie aufbauende Themen? Warum bist du zum Katechumenat gekommen, und was ist deine Erfahrung mit Jesus? Du legst in deinem Leben Wert auf das Pilgern oder den Besuch heiliger Orte. Glaubst du etwa nicht, dass Gott sich im Mittleren Osten, in Europa und überall befindet und dass er deinen Schritten folgt und dir zuhört, wenn du zu ihm sprichst? Genau dies wollen wir während unseres heutigen Treffens versuchen zu besprechen.

2- Lektüre und Erläuterung des Evangeliums:

Die Begegnung Jesu mit der Samariterin (Johannes 4,1-42)

«1 Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes – 2 allerdings taufte nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger –; 3 daraufhin verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber den Weg durch Samarien nehmen. 5 So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. 6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. 9 Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. 10 Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? 12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? 13 Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;

14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. 15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. 16 Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her!

17 Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. 19 Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. 21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. 26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. 27 Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten:

29 Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? 30 Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. 31 Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. 35 Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte.

36 Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. 37 Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.

39 Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. 41 Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. 42 Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.»

2. 1- Erläuterung

Die Unterredung Jesu fand nicht mit einem samaritischen Mann statt, sondern mit einer samaritischen Frau. Dies gibt der Frau ihren, bei den alten Völkern oft vergessenen, Wert als Gesprächspartnerin des Mannes zurück. Die Begegnung ähnelt den Begegnungen der alten Patriarchen: Isaak mit Rebekka, Jakob mit Rachel, Mose mit Sippora. Die Bekehrung der Samariter am Ende des Textes kommt einer neuen Heirat zwischen Gott und seinem Volk gleich. Der Dialog zwischen einem Juden und einer Samariterin ist ganz ungewöhnlich wegen des Konflikts zwischen diesen beiden Völkern, sowohl historisch sowie vom Glauben her gesehen.

Historisch gehört dieser Konflikt in die Zeit seit dem Tod des Königs Salomon im Jahre 935 v. Chr. Wir haben ihn kurz im Kapitel 14 im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom guten Samariter beschrieben. In der Geschichte hatte es vier wesentliche Brüche zwischen diesen beiden Völkern gegeben. Während des Lebens Jesu verfolgte Pilatus die meisten von ihnen (vgl. Lukas 13,1). Dann nahmen sie teil an der großen Revolution gegen die Römer, wurden getötet und verschwanden nach 67 n. Chr. von der Bildfläche. Man sagt, einige von ihnen lebten noch heute im Heiligen Land.

Was ihre religiösen Anschauungen angeht, so glaubten die Samariter ausschließlich an die fünf Bücher des Mose, nicht dagegen an das Gesamt der hebräischen Bibel. Sie glaubten an einen Gott, an die Thora und die Zehn Gebote. Für sie war der Berg Garizim der von Gott erwählte Ort für ihren Kult und ihre Opfer. Sie glaubten an Mose als den einzigen Propheten, der wiederkommen werde. Er wurde von ihnen «der reuevoll zu Gott Zurückkehrende» genannt.

Eine Reise vom Norden des Landes, Galiläa, nach Süden, Judäa, machte übrigens nicht ein Durchqueren der Berge Samarias nötig, die von Räubern bevölkert waren. Es gab einen einfachen Weg, entlang des Jordan Flusses, den die Pilger benutzten. Wenn das Evangelium also im Vers 4 sagt: «Er musste Samaria durchqueren», so ist das nicht geografisch, sondern eher missionarisch gemeint: Er musste durch dieses Gebiet reisen, um zu predigen.

Das vorliegende Evangelium spricht von zwei Themen:

A – Im Dialog mit der Samariterin im ersten Teil geht es um das Wasser (4,7-17):

Der Dialog mit der Samariterin findet auf zwei Ebenen statt: Die erste ist die menschliche, materielle oder natürliche; die zweite und wichtigere ist die geistliche und göttliche. Das Wasser, dessen der Mensch bedarf, um seinen Durst zu löschen, ist für Jesus das lebendige Wasser, das diejenigen, die es trinken in Quellen verwandelt, denen ewiges Wasser entspringt. Was symbolisiert das Wasser?

Das Wasser hat in der Bibel mehrere Bedeutungen. Es versinnbildlicht das Leben und den Tod. Es belebt den Menschen, die Tiere und Pflanzen. Wenn es sie jedoch unter sich begräbt, sterben sie. Jesus dagegen gibt das lebendige Wasser, das sich natürlich als ein fließendes und reines Wasser erweist. Im Gegensatz dazu steht das stehende Wasser, das keinerlei Leben besitzt und von Schmutz und Bakterien verunreinigt ist. Hier seien einige Bedeutungen des lebendigen Wassers genannt: In der Bibel allgemein symbolisiert es das Wort Gottes und seine Lehren, seine ewige Weisheit und sein heiliges Gesetz. Im Evangelium nach Johannes symbolisiert das Wasser den heiligen Geist, nach der Auferstehung Jesu die Gabe Gottes schlechthin. Im Leben der Kirche ist das Wasser das Symbol der heiligen Taufe. Wer das Wort Gottes annimmt, wird so zu einer Quelle, die ihrerseits dieses Wort verbreitet. Der Gläubige verwandelt sich in einen Boten der Frohen Botschaft und einen Geistbegabten, der von Gnaden überfließt in der Kirche und der diejenigen heiligt, die um ihn sind. Jeder Getaufte kann im Notfall taufen.

B – Im zweiten Teil der Perikope geht es um das Thema der Anbetung (4,19-24)

Auch hier spricht die Samariterin von einem geografischen Ort des Kultes, sei es der Berg Garizim oder der Berg Jerusalem. Jesus dagegen spricht in folgenden Worten von der Qualität der Anbetung: «Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit» (V. 23). Auch hier hebt Jesus den Dialog von der irdischen, oberflächlichen auf eine wichtigere Ebene. Für Christen heilt weder der Ort eines Heiligen oder die Kirche einer bestimmten Heiligen. Jesus spricht von einer Anbetung im Herzen. Nicht der Ort heilt, sondern der Glaube, der von Herzen kommt. Von daher gesehen gibt es im Christentum keine Verpflichtung zu irgendeiner Wallfahrt.

Die Worte «Anbetung des Vaters im Geist und der Wahrheit» (V. 23) werden unter anderem gedeutet als Anbetung des Vaters durch die Kraft des Heiligen Geistes auf der Basis der Wahrheit, die Jesus ist. Davon leiten sich gewisse theologische Erklärungen ab. Was Jesus jedoch vor allem verlangt, ist die Anbetung im Herzen. Die christliche Religion ist nicht ein Ensemble äußerer Rituale, selbst wenn sie die Symbole und die Liturgie gebraucht und pflegt. Letztlich kommt es auf das Herz, das Innere des Menschen an.

2. 2- Aktualisierung

Die hier behandelte Perikope des Evangeliums lädt uns ein, in unserem Leben das lebendige Wasser zu suchen: Jesus Christus, durch und in seinen Worten und Lehren. So gilt: wer von ihm trinkt, den wird niemals dürsten. Warum sollten wir zu brüchigen Zisternen gehen, die unseren Durst nicht stillen können? Wenn wir unseren Durst durch das lebendige Wasser löschen, dann werden wir zu einer Quelle, aus der ewiges Leben für die anderen hervorquillt. Unser Leben findet seinen Sinn darin, dass wir Jünger für Jesus sind und ihn in unserer Umgebung bezeugen. Ferner lädt uns das heute vorgelegte Evangelium ein, Gott in Geist und Wahrheit anzubeten. Im Christentum besteht keinerlei Verpflichtung zu einer Wallfahrt. Gott ist überall und zu jeder Zeit gegenwärtig. Seine Gegenwart ist konkret und heilsam auf bleibende Weise.

3- Theologische und geistliche Lehre: Das Wirken des Heiligen Geistes

Das lebendige Wasser (Johannes 4,7-18) bezeichnet den Heiligen Geist, das Gottes Geschenk schlechthin an die Menschen. Worin besteht seine Rolle?

Die Christen glauben an einen Gott in drei Personen, nicht an einen Gott, der in seiner Einheit sozusagen isoliert ist, sondern sie glauben, dass in seiner Einheit der drei Personen jede von ihnen ihre Rolle und Spezifizität hat. Dies sehen wir reflektiert in der Geschichte unseres Heils. Der Heilige Geist ist die dritte Person. Sein Name ist verbunden mit dem Wirken Gottes in der Schöpfung «Gottes Geist schwebte über dem Wasser» (Genesis 2,2). Seine Gegenwart hat jeweils eine neue Schöpfung angezeigt. Wir haben ihn über dem Haupt Jesu gesehen, am Anfang des öffentlichen Auftretens Jesu, Symbol einer neuen Erschaffung der Welt. Wir sahen ihn auch an Pfingsten, wie er auf die Jünger herabkam, den Beginn der Kirche anzeigend. Und wir glauben an seine Ausgießung über die Gläubigen, am Anfang ihres christlichen Lebens, denn jeder von uns empfängt ihn am Tag seiner Taufe und am Tag der Firmung.

Viele Bilder in der Bibel helfen uns, die Rolle des Heiligen Geistes und somit seine Identität zu verstehen: Er ist wie die Luft, die wir atmen, wie der Wind, der uns drängt voranzugehen und wie das Öl, das die Kämpfer und die Athleten stärkt. Er ist das Feuer, das reinigt und die Frierenden wärmt. Er ist die Taube, die vom Himmel herabkommt, das Wasser von Gott geschenkt, das in uns das Wasser hervorquellen lässt, das die, die uns umgeben, tränkt.

Der Herr Jesus, erfüllt von diesem Heiligen Geist, wollte dieses einmalige Geschenk nicht für sich behalten, sondern er hat es seinen Jüngern gesandt. Der Geist ist auch der Geist der Einheit zwischen Vater und Sohn. Ausgegossen über uns, vermittelt er uns das Leben Gottes und hilft uns, in der Heiligkeit zu wachsen. Trotz seiner Kraft zwingt er uns nicht zu irgendeiner Entscheidung, sondern er führt uns vom Inneren her dahin, die gute Entscheidung zu treffen, die dem Willen Gottes entspricht. Er respektiert unsere Freiheit und unterdrückt sie nicht. In der Tat, hilft er unserer Freiheit, die ohne ihn vielleicht zu schwach wäre, das Gute zu wählen. Er gibt ihr die Fähigkeit, das Gute zu wählen, damit sie, von allen Ketten befreit, das tun kann, was sie tun will und zu tun ersehnt.

Wie befreit uns der Heilige Geist von innen her? Er drängt uns zu lieben und er verleiht uns die Kraft dazu. Deshalb hilft er uns, den Egoismus aus unseren Herzen zu entfernen, der zur Sünde und Sklaverei führt. Er lädt uns ein, den Frieden zu suchen und so das Verlangen nach Vergebung und Versöhnung. Er wirkt in uns von innen her, indem er in die Tiefe unseres Wesens den Geist unserer Familie sät, das heißt, die Liebe Gottes des Vaters zu seinem Sohn Jesus. Er drängt uns somit zu Gott mit den Worten «Abba, lieber Vater» zu beten.

Gemäß seiner liebenden und barmherzigen Natur beschränkt er sein Wirken nicht allein auf die Christen, sondern er ist in jedem menschlichen Wesen am Werk. Diejenigen, die sich seinem Wirken öffnen — ja, selbst dann, wenn sie ihn nicht erkennen —, werden von der Kirche «die Menschen guten Willens» genannt. Der Heilige Geist ist also nicht Eigentum der Kirche. Er handelt vielmehr auf ihre Bitten. Er ist ihr Herr und Meister, der sie durch seine Eingebungen leitet, damit sie im Ozean dieses Lebens wirksames Zeichen der Liebe Gottes zu allen Menschen sei.

4- Zum Lesen und Meditieren:
Lesung aus einer Homilie des heiligen Gregor von Nazianz († 390)

Das unterschiedliche Wirken des Heiligen Geistes

Wenn wir annehmen, der Heilige Geist dürfe nicht verherrlicht werden, wie kann er uns dann vergöttlichen? Wenn man ihn aber verherrlichen soll, wie sollte er dann nicht kultischer Verehrung würdig sein? Wenn er aber kultischer Verehrung würdig ist, wie sollte er dann nicht Gott sein? So sind diese Elemente miteinander verbunden. Sie gehören in der Tat zu einer heilbringenden Verkettung. Vom Heiligen Geist erhalten wir das Geschenk der Annahme an Kindes statt, und es ist durch diese Adoption, dass wir unserem ursprünglichen Stand wiedererlangen. Durch die Adoption werden wir erkennen, wer es ist, der uns dahin zurückgebracht hat.

Man sagt, er sei der Geist Gottes, der Geist Christi, der Geist des Herrn, der Herr selbst, der Geist der Adoption, der Wahrheit und der Freiheit. Er ist der Geist der Weisheit und der Gottesfurcht. Er ist in der Tat der Schöpfer von allem.

Er ist in seinem Wesen der Ursprung und Anfang von allem, er erfüllt die Welt, und das All kann seine Macht nicht begrenzen; Er ist gut, gerecht und er leitet. Er ist heilig gemäß seiner Natur und nicht aufgrund einer Zuschreibung, die ihm gegeben worden wäre. Er misst, ohne gemessen werden zu können. Er teilt seine Güter mit allen; er erfüllt, und er kann nicht eingefasst werden. Er beerbt, er ist verherrlicht und wird stets zusammen mit dem Vater und dem Sohn erwähnt. Er ist der Finger Gottes; er ist Feuer wie Gott, so zeigt er nach unserem Glauben, dass er in seinem Wesen Gott gleich ist. Er ist der Geist, der alles erschafft und alles durch die Taufe und die Auferstehung erneuert. Er ist der Geist, der alles weiß, alles lehrt, der gibt dort, wo er will und so wie er will. Er leitet, spricht, sendet, erleuchtet, unterscheidet, wird zornig, unterzieht der Prüfung, inspiriert und belebt. In der Tat, er ist Licht und Leben. Er formt uns um in seinen Tempel, vergöttlicht uns, macht uns vollkommen. Er geht der Taufe voran und folgt ihr nach. Er besitzt alle Fähigkeiten Gottes, trennt die Feuerzungen, verteilt geistliche Güter, erschafft Jünger und Propheten, Verkünder des Glaubens, Hirten und Lehrer des Glaubens (Homilie 31,28-29).