Siebter Teil: Das Leiden, Der Tod Und Die Auferstehung

Der letzte Teil des Evangeliums nach Matthäus handelt vom Leiden und Tod Jesu sowie, zusammenfassend, von der gesamten vorhergehenden Erzählung. Es geht um die entscheidende Phase des Lebens der Sendung Jesu, der letzten Phase seines Lebens als Heiland der Welt. Jesus ist geboren wie ein König seines Volkes, in Bethlehem. Er hat das Programm seines Reiches gelehrt, seine Jünger gesandt, um dessen Wirklichkeit aus Erfahrung kennenzulernen, er hat darüber in Gleichnissen gesprochen, er hat die Jünger ausgebildet, um die Gemeinschaft dieses Reiches zu verwirklichen, und er hat ihnen sein Zweites Kommen am Ende der Zeit angekündigt. Nun ist für diesen König der Augenblick gekommen, das Heil vom Thron seines Kreuzes zu verwirklichen (Matthäus 27,37).

Von daher stellt sich folgende Frage: Wie kann der leidende und gekreuzigte Jesus der erwartete Messias und Heiland sein? Er ist doch ein empörendes Ärgernis für die Juden und eine Torheit für die Heiden; freilich, für die Berufenen ist er Gottes Kraft und Gottes Weisheit (1Korinther 1,23-24). Wenn wir die Apostelgeschichte und die Briefe des heiligen Paulus lesen, entdecken wir, dass sich diese Texte im Blick auf das Leben Jesu darauf beschränken, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist. Sie sind Kern und Grundlage der apostolischen Verkündigung. Hier finden wir das, was die Apostel ganz am Anfang verkündet haben. Dies war die erste Botschaft, lange vor der Wiedergabe der Lehren des Herrn, seinem Wirken von Wundern und seiner Kindheitsgeschichte. Die Predigt der Apostel über den Tod und die Auferstehung des Messias hat früh eine stereotype Form angenommen, was im Parallelismus der vier Evangelien-Berichte von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu bezeugt ist. Sie weisen eine klare Ähnlichkeit untereinander auf, was ihre Historizität und Richtigkeit bestätigt. Im Licht des Leidens, des Todes und der Auferstehung ist dann das ganze Leben Jesu verstanden und das ganze Alte Testament gelesen worden. Diese entscheidenden Etappen des Lebens Jesu sind der Schlüssel für das Verstehen des Evangeliums. Sie lassen uns eintreten in eine neue Dynamik für das Verstehen der Bedeutung der Heilsereignisse in der Geschichte und für deren Umsetzung in unserem Leben heute.

Mit dem Ziel, das Thema des Leidens, Todes und der Auferstehung zu entwickeln, haben wir einige wesentliche Texte aus den Evangelien von Lukas und Johannes ausgewählt, zusätzlich zum Grundtext des Matthäus-Evangeliums. Was die theologischen Themen angeht, die sich aus den Texten der Evangelien ergeben, werden wir die Sakramente der Taufe, des Priestertums und der Eucharistie behandeln, dazu das Thema des Ökumenismus, der Liturgie der heiligen Messe sowie die Bedeutung des Leidens, des Todes und der Auferstehung in unserem Leben heute. Wir können nicht alle Text gemeinsam lesen, hoffen jedoch, dass die Katechumenen selbst das ganze Evangelium lesen und dass sie sich an ihre Begleiter wenden, um ihnen Fragen zu stellen.

Wir hoffen, dass der Sieg Christi über den Tod als die Grundlage verstanden wird, auf der die Katechumenen sich in ihrem Glaubensleben verlassen können. Dann werden sie nicht in Verzweiflung oder Bequemlichkeit verfallen, wenn sie Prüfungen, Krankheiten oder Misserfolg erleiden. Die Taufe in Christus bedeutet den Tod des alten Menschen, den Tod Adams und der Sünde. Er bedeutet ferner die Auferstehung in ein neues Leben, auf der Basis von Christus dem Auferstandenen. Der große Feind des Menschen ist der Tod. Christus hat ihn bezwungen durch seine unermessliche Liebe. Er hat jede Versuchung des Bösen in unserem Leben in eine Erfahrung der Hoffnung verwandelt. In ihr verherrlichen wir Gott und bezeugen ihn unter den Menschen unseren Brüdern.